Samstag, 22. Oktober 2011

Spektakulärer Abbruch

Bei uns in der Stadt wird momentan das riesengroße Sparkassengebäude abgerissen und ich schreibe einfach mal so eine Art Reportage dazu. Seid nicht so streng mit mir, das ist eher eine Spontanaktion, die ich nicht vorher auf Word geschrieben habe ;) (Widmung: An Cyka, mit der ich beim zuschauen SMS zum Teil geschrieben habe und die wissen soll was los war)
Ich stand insgesamt an die 5 Stunden auf der Straße herum und habe zugeschaut, obwohl vieles nicht einmal besonders spannend war.
Aber fangen wir vorne an. Ich kam gegen halb 12 an. Ihr solltet wissen, dass das Gebäude ein riesen Klotz aus Metall und Glas war. 7 Stockwerke plus das Dach. Und das interessante war, dass das Gebäude von unten nach oben abgebaut wurde. Klingt unglaublich, ist baer so. Jetzt standen in einer Baugrube (der Schutt war zum Großteil schon weg) noch der Treppenschacht aus Beton mitsamt dem Stahldach oben drauf. Sah aus wie ein T. Warum das so gemacht worden war, liegt an der Bauweise: Das Gebäude wurde in den 70ern erbaut und zwar recht ungewöhnlich, wie ich finde. So wurde das Dach zuerst gebaut und die anderen Stockwerke einfach unten drangehängt. Logisch, dass man das Gebäude da von unten an abbauen musste. Der Abbruch der unteren Stockwerke war uninteressant. Man fuhr daran vorbei und merkte: Huch, schon wieder ein Stockwerk weniger. Nur wunderten sich die meisten, warum soherum abgerissen wurde. Den Grund erfuhr ich erst an diesem Tag. Als ich ankam, war die linke Seite des Stahldachs bereits unten und die Bauarbeiter waren gerade dabei die rechte Seite abzutrennen. Es waren extra Spezialkräne gekommen (Breuer&Wesel), insgesamt 3 Stück. Außerdem standen noch zwei Maschinen zum Abriss selbst da. Zangen (die ich irgendwie immer gruselig fand), die wie ein T-Rex-Kopf aussehen und ziemlich gefährlich. Mir wurde nebenbei gesagt, dass diese Maschinen tatsächlich T-Rex heißen.
Das Unternehmen war in der Zeitung angekündigt worden und es standen bereits viele Menschen auf der Straße um die Baustelle herum. Dummerweise war die Straße nicht gesperrt worden, warum auch immer. Normalerweise kamen die Autofahrer auch gut durch. Bis auf einen schimpfenden Franzosen mit wohnwagen, einen aggressiven Mann (der einen schwarzen Dodge fuhr), sowie zwei Holländer, die in die Bushaltestelle fahren wollten, gab es auch keine großen Probleme.
Zurück zum Abbau. Ich schaute an die 1 1/2 Stunden zu, wie nach und nach alle Stahlträger mit dem Schweißbrenner gekappt wurden. Ich schätzte, dass das Dach um 20 nach 1 los war und behielt recht. (Ich war nicht alleine da und mein Begleiter schätzte auf halb 2.) Was Cyka sicher interessiert: Die Arbeiter haben mich ehrlich gesagt sehr stark an die Crew aus dem Vorspann von 13 Geister erinnert. Besonders, als die jemanden mit einer Hebebühne hochgefahren haben, bis unter den teil, der so gut wie lose war (hing natürlich an einem großen Kran dran o.O) Der hat dann ein Stahlseil oder wasauchimmer für ein Seil an einen Balken gebunden. Weiter unten kam dann ein Tuch oder etwas in der Richtung dran. (Wofür das gut war, weiß ich immer noch nicht.) Das Seil selber war als Führungsseil gedacht. Denn es wäre natürlich besser, wenn das Dach nicht gegen den Betonpfeiler schlägt. (^^) Jedenfalls mussten sie mit 5 Mann ziehen, um den rechten Dachteil (geschätzt etwa 20x3m, muss aber nicht stimmen, jedenfalls verdammt groß), als es frei hing überhaupt einen Meter zu bewegen. Derlinke Teil des Dachs lag bereits auf dem Boden (ziemlich verbogen wohl), später habe ich dann gehört, dass sie die linke Hälfte in 2 Teilen abgerissen haben.
Okay zurück zu meinem Vergleich mit 13 Geister.
1. Auf die Entfernung sah einer der Arbeiter aus wie einer der Mitarbeiter der Crew aus 13 Geister.
2. Der Typ, der das Seil daran geknotet hatte hat mich irgendwie an Joshua Rafkin erinnert. (Dennis Rafkins Bruder, der stirbt im Vorspann schon, man sieht ihn nichtmal gut, aber ich mag ihn.) Ich weiß nicht warum, ich habe ihn auf ca. 50m Entfernung oder mehr gesehen und weiß nichteinmal wie das Gesicht aussieht (Ich wusste nur, der ist der einzige mit der Kombination: gelbe Jacke, roter Helm), aber er hat mich eben daran erinnert. Später habe ich versucht, mal zu sehen, wie der aus der Nähe aussieht, es aber leider nicht geschafft, der ist immer im hinteren Teil rumgerannt, wo man nicht sehen konnte. >.<
Nun ja, ich bin dann ersteinmal heimgefahren. Meine Eltern waren der Ansicht, dass heute nicht mehr weiter abgerissen wird, weil das ganze bis 2 Uhr fertig sein sollte. (Die haben sich im Zeitplan ganz schön vertan!)
Kurz darauf bin ich mit dem Fahrrad und mit Handy (als Kamera) und Handschuhen bewaffnet wieder hingefahren. So gegen 14.10 Uhr war ich dann da, wollte eigentlich eher noch ein wenig in die Geschäfte, aber die hatten schon zu  -.-
Nun gut, diesesmal waren weniger Leute da und ich stand auf dem Bürgersteig auf der anderen Seite, bei ein paar anderen Leuten. Mit denen habe ich mich auch unterhalten. Einer war Jounalist für die hiesige Zeitung. Von ihm habe ich die meisten dieser Informationen. Er hatte Aufnahmen aus der Gondel der Bauarbeiter (an einem dritten Kran) machen dürfen, die er uns zeigte. Wahnsinn! Das Gebäude ist 31 Meter hoch und von da auf all die Trümmer und alles zu sehen, total krass. (Ich hatte ca. 25 ausgerechnet, aber man kann sich ja vertun...)
Wie auch immer, ich stand an der Seite und habe zugeschaut, mich mit ein paar Leuten unterhalten. Lange Zeit ist einfach nicht passiert, beziehungsweise die Abrissprofis haben den Mittelteil vom Beton losgeschweißt oder auch einige oben liegende Bretter noch unten geworfen. (Nein, da stand niemand zum Auffangen.) Irgendwann ist dann auch der Aufzugsmotor der in dem mittelteil stand runtergefallen. Die Vibration hat man selbst 10 Meter weiter auf dem Bürgersteig noch gespürt und geknallt hat es auch.

Ganz lustig fand ich es, als einer der Abrissleute (roter Helm, orangene Jacke), der oben im Stahlgerüst am rumlaufen war, aus einem der Löcher (links, rechts, mitte je eins, wie ein kleines Fenster) runtergeschaut hat. Er schaut mich an winkt. Ich erst verwirrt, winke aber zurück. So wie ich das gesehen habe (auf die Entfernung von mehr als 30 Metern) hat er gegrinst und dann weitergemacht. Hab versucht, als die Gondel unten war zu sehen, wie er aussieht, aber der Zaun mit Sichtschutz war im Weg. (Das Wetter war gut und der Zaun hat abgeblendet.)
Letztendlich (nachdem ich 2x zuhause anrufen musste, um zu sagen, dass es noch länger dauert) haben die beiden großen Kräne dann angefangen den mittelteil runterzuheben. Dabei hat man erst jetzt gesehen, dass in der Mitte ein aus weißen Steinen gemauerter Treppenschacht mitsamt Wendeltreppe war. Aber logisch, beim rechten Teil ist einer der Männer ja von oben nach unten raus gelaufen (xP).
Es war eben auch eine größere Sache, dann den Mittelteil so zu drehen bzw. rauszubekommen, dass er den Schacht nicht mit umreißt. Nach einiger Zeit hatten sie es dann und haben ihn auf die "Böschung" um den verbliebenen Betonpfeiler gelegt. Ich habe während der ganzen Sache den kompletten Speicherplatz meiner Handykamera verbraucht. Meine Füße taten weh udn kch war trotz warmer Klamotten und Handschuhen durchgefroren. Und obwohl es so lange gedauert hat, war es nicht langweilig. Der Tag hat sich gelohnt.

~Alexis

PS: Mal sehen, ob ich einige meiner Bilder hochlade. Vielleicht finde ich auch den Link zum Artikel des fleißigen Journalisten :)

1 Kommentar:

Mischa hat gesagt…

also wenn da einer gestanden hätte um die bretter aufzufangen wär der aber echt lebensmüde gewesen^^
ich guck mal ob vllt jemand ein video vom abriss auf yt hochgeladen hat

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